Sonntag, 2. Mai 2010

Tag 7

Der Wetterbericht sagt, das Wetter wird toll... also wollen wir zu unserem geplanten Ausflug nach Whistler starten. Auf die mehrfache Empfehlung einiger "Wissender" wollen wir recht früh starten. Nun ja... recht früh kann ein sehr dehnbarer Begriff sein... Als wir dann um kurz vor halb zehn alle - mit frischem Starbucks-Coffee selbstverständlich versorgt - im Auto sitzen, kann es losgehen. Der erste Weg führt uns nach Horseshoe Bay. Eine traumhafte Aussicht auf Berge und Wasser, ankommende Fähren aus Vancouver Island und ... riesige Holzstühle die uns einladen, erstmal einen Sandwich zu genießen. Weiter gehts zu einem Punkt, den lovely S. uns auch unbedingt zeigen möchte: Wytecliff Park. Und was soll ich sagen... eine einfach traumhafte Aussicht! Ich hätte noch stundenlang da sitzen können. Aber: es steht ja noch viel mehr auf dem Plan.

Nächster Halt: Shannon Falls. Ein kurzer Fußweg vom Parkplatz aus (jaaaa, das Auto ist wirklich abgeschlossen, jaaaa wir haben alle Sachen mitgenommen - nein nein, wir sind nicht paranoid...) und dann ein herrlicher Wasserfall. Natürlich erklimmen wir die 97 Stufen, die uns zur besten Sicht auf die Falls bringen. Ein paar Fotos im Nieselregen der herabstürzenden Wassermengen gemacht und zurück zum Parkplatz. Da unten... nun ja, der Coffee drückt halt irgendwie... Washrooms der etwas anderen Art. Ein kleines Häuschen und dann: Wasser lassen wie in eine tiefe Schlucht... gut, muss man auch mal erlebt haben...

Aber unser Endziel ist ja noch nicht erreicht. Also geht die Fahrt weiter. Ein kurzer Stop im Safeway... (welch herrliche Supermärkte... für mich Touri sind die eine Attraktion in sich), noch ein wenig Verpflegung einkaufen und weiter... Und dann endlich: Whistler ist erreicht!!!

Auto abstellen und los... erstmal eine kleine Fotosession mit Bär (kein sehr lebendiger... aber für "drauf krabbeln" und Fotos machen ideal). Als Erstes entdecken wir dann das Logo der Paralympics. Einige Wochen vorher standen hier noch die olympischen Ringe. Auch mit dem Logo kann man schöne Fotos machen... (folgen ganz bestimmt). Na und wie sollte es anders sein: auch in Whistler gibt es einen Olympia-Store, der natürlich erstmal gestürmt wird. Im Eingang steht ein - ursprünglich wohl mal weißes Sofa - mit übergroßen Plüschfiguren der Olympia-Maskottchen... wieder eine Fotosession (die Idee hatten wohl schon einige mehr). Genau wie in dem Bob, der mitten im Laden steht... Okay, ein bis zwei Mitbringsel bieten sich auch noch zum shoppen an.

Als wir den Laden wieder verlassen und so am Schnattern sind, werden wir auf einmal in Deutsch angesprochen. Ein älteres Ehepaar, das schon fast 60 Jahre in Vancouver lebt. Der Wahnsinn. Und die haben sogar mal im Kreis Hameln gewohnt... witzige Zufälle.

Nach dem kleinen Plausch bummeln wir weiter durchs Dorf und lovely S. erzählt, welche Häuser zu Olympia welchen Zweck erfüllten. Und dann kommen wir zur Seilbahn und stehen schon am Ende einer Skipiste. Irgendwie irre... hinter uns laufen sie in Flipflops rum und vor uns kommen sie den Hang runter geglitten... Schnell hat lovely S. geklärt, dass wir die Gondeln auch ohne Skipass bis zur zweiten Station nutzen dürfen. Das tun wir natürlich und stehen plötzlich selbst mitten im Schnee. Ende April!!!! Nachdem wir dann unser Staunen wieder im Griff haben und die Aussicht ausgiebig genossen haben, fahren wir wieder eine Station hinab und machen uns zu Fuss auf den Weg zur Olympia-Bobbahn. Die ist dann auch relativ schnell gefunden. Allerdings laufen wir direkt auf den Pfahl als erstes zu, an dem der georgische Rodler verunglückt ist... ein merkwürdiges Gefühl und Gänsehaut machen sich breit. Kurz innehalten...

Recht steil geht es weiter nach oben in den Zielbereich. Komisch, im Fernsehen sah das gar nicht so steil aus. Oben angekommen wieder eine geniale Aussicht. Und der Zielbereich mit dem Funktionsgebäude... den hab ich sofort wieder erkannt. Die Waage, auf der die Bobs nach den Rennen gewogen wurden, ist noch aktiv... Gemeinsam haben wir 222,0 kg drauf gebracht. Die 222,2 haben wir nicht geschafft, mit Tasche, ohne Tasche, mit Geldbörse, ohne... okay, wir haben gemerkt, dass die Waage nur in 0,5 kg-Schritten misst... :-)

Nun aber genug getestet, wie André Lange sich hier oben wohl gefühlt haben muss. Es geht wieder runter nach Whistler. Mittlerweile ist es Nachmittags und wir haben uns eine Pause im Starbucks wirklich verdient.

Auf dem Rückweg nach Vancouver wollen wir noch einen Abstecher zum Olympic Park machen, wo die Biathlon-Wettbewerbe stattgefunden haben. Auf dem Weg dorthin liegt am Straßenrand stellenweise noch 1m Schnee, jetzt glaub ich den Berichten, dass hier im Winter bis zu 9m Schnee liegen können. Oben angekommen werden wir leider von einer Absperrung aufgehalten. Für die Sommersaison ist hier schon geschlossen. Schade! Also wieder zurück... plötzlich halten Autos vor uns mitten in der Kurve und da: auf der anderen Straßenseite am Waldrand ist ein Bär am Fressen... Schnell die Kamera gegriffen und ein paar Fotos gemacht. Grad beim Objektivwechsel kommen leider andere Autos hupend von hinten und der Bär verschwindet, bevor wir noch bessere Aufnahmen bekommen können. Schade. Aber: wir haben einen Bären gesehen, in freier Wildbahn. Was für ein Tag.

Auf dem weiteren Rückweg von Whistler liegen noch diverse Viewpoints, die wirklich superschöne Ausblicke auf die Landschaft liefern. An jedem halten wir an und es lohnt sich wirklich.

Und wieder ein Tag, an dem ich völlig geschafft ins Bett falle...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen